Was ist die Hautbarriere und was leistet sie?
Die Hautbarriere ist die schützende äußere Schicht der Haut, die Feuchtigkeit hält und das Eindringen äußerer Einflüsse begrenzt. Lipide, natürliche Feuchtigkeitsfaktoren und Zellen arbeiten dabei zusammen.
Ist die Barriere intakt, fühlt sich die Haut weich und angenehm an. Ist sie geschwächt, steigt der Wasserverlust, die Haut reagiert mit Stechen, Rötung und Juckreiz und wird von Produkten leichter beeinflusst.
Trockenheit und Empfindlichkeit sind deshalb oft zwei Seiten desselben Problems.
Warum wird die Haut trocken?
Erbliche Veranlagung, Alterung, niedrige Luftfeuchtigkeit, kaltes Wetter, langes heißes Duschen, scharfe Reiniger, manche Medikamente und Hauterkrankungen können zu Trockenheit führen.
Mit dem Alter sinkt die Talgproduktion, und die Trockenheit kann zunehmen. Auch atopische Dermatitis, Psoriasis und manche Allgemeinerkrankungen können trockene, schuppige Haut verursachen.
Einige Aknemedikamente und topische Retinoide können die Trockenheit verstärken; dann muss die Routine angepasst werden.
Wie lässt sich trockene Haut im Alltag unterstützen?
Kurzes lauwarmes Duschen, ein milder parfümfreier Reiniger, das Auftragen der Feuchtigkeitspflege auf noch feuchte Haut nach dem Waschen und tagsüber Sonnenschutz helfen in der Regel.
Feuchtigkeitspflegen enthalten unterschiedliche Bestandteile: Feuchthaltemittel wie Glycerin und Hyaluronsäure, barrierestärkende Stoffe wie Ceramide und Fettsäuren sowie Emollientien lassen sich kombinieren. Was zu Ihnen passt, hängt davon ab, wie Ihre Haut reagiert.
Im Winter können eine höhere Luftfeuchtigkeit in Innenräumen und das Vermeiden von Reibung helfen. Produkte mit Duftstoffen und Alkohol können empfindliche Haut reizen.
Wann kommen medizinische Optionen ins Spiel?
Trockenheit, die sich mit einfacher Pflege nicht bessert, Juckreiz oder Anzeichen eines Ekzems erfordern eine ärztliche Beurteilung. Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.
Bei einem Ekzem kann eine ärztlich begleitete topische Behandlung nötig sein. Cortisoncremes über längere Zeit auf eigene Faust anzuwenden, kann die Haut dünner machen.
Ästhetische, auf Feuchtigkeit ausgerichtete Ansätze, etwa Mesotherapie oder Skin Booster, können bei Trockenheit und fahlem Hautbild besprochen werden; bei geschädigter Barriere oder aktivem Ekzem werden sie jedoch meist zurückgestellt, und die Eignung entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Häufige Fragen
Sind trockene und feuchtigkeitsarme Haut dasselbe?
Nein. Trockener Haut fehlt es an Fett, feuchtigkeitsarmer Haut an Wasser; beides kann zusammen auftreten, und auch fettige Haut kann feuchtigkeitsarm sein.
Heilt mehr Wassertrinken trockene Haut?
Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist für die allgemeine Gesundheit wichtig, löst die Hauttrockenheit aber nicht allein; Barrierepflege ist nötig.
Was kann ich gegen Juckreiz tun?
Versuchen Sie, nicht zu kratzen, und unterstützen Sie die Barriere; hält er an oder kommt eine Rötung hinzu, suchen Sie ärztlichen Rat.
Sollte sich die Pflege im Winter ändern?
Meist ja; eine reichhaltigere Feuchtigkeitspflege und kürzeres, lauwarmes Duschen können sinnvoll sein.
Quellen (3)
- American Academy of Dermatology: Dermatologists' top tips for relieving dry skin
- American Academy of Dermatology (JAAD): Guidelines of care for the management of atopic dermatitis in adults with topical therapies (2023)
- Skin Pharmacology and Physiology: The Skin Barrier and Moisturization: Function, Disruption, and Mechanisms of Repair (2023)
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beurteilung. Bei jedem medizinischen Eingriff können die Ergebnisse von Person zu Person unterschiedlich ausfallen. Vor dem Eingriff wird eine ausführliche ärztliche Beratung empfohlen.
