Wie viele Haare darf man pro Tag verlieren?
Bei den meisten Menschen gelten etwa 50 bis 100 verlorene Haare pro Tag als normal. Die Zahl hängt von der Person und der Haardichte ab und ist für sich allein kein Zeichen einer Erkrankung.
Durch den Haarzyklus fallen täglich einige Haare aus, und neue wachsen nach. An Waschtagen scheint mehr Haar auszufallen, weil sich die Haare mehrerer Tage auf einmal lösen.
Wichtiger als die genaue Zahl ist eine Veränderung: Sichtbar dünner werdendes Haar, deutlich mehr Haare als früher in der Bürste oder in der Dusche oder feiner werdende Haare sind Gründe, das abklären zu lassen.
Welche Anzeichen sprechen für einen Arztbesuch?
Plötzlicher starker Haarausfall, fleckiger Haarverlust, Schmerzen, Rötung, Krusten oder Wunden auf der Kopfhaut, der Verlust von Augenbrauen oder Wimpern sowie weitere Begleitsymptome sind Gründe für eine ärztliche Abklärung.
Müdigkeit, Gewichtsveränderungen, unregelmäßige Regelblutung, Kälte- oder Hitzeunverträglichkeit und Hautveränderungen können auf eine innere Erkrankung hindeuten. In solchen Fällen ist der Haarausfall möglicherweise nicht das einzige Zeichen.
Eine Untersuchung ist auch sinnvoll, wenn der Haarausfall länger als einige Monate anhält oder nach einer Geburt, einer schweren Erkrankung, einer Operation oder dem Beginn eines neuen Medikaments einsetzt. Eine frühe Abklärung kann helfen, Erkrankungen mit dem Risiko eines bleibenden Haarverlusts rechtzeitig zu erkennen.
Welchen Facharzt sollten Sie aufsuchen?
Der erste Schritt ist in der Regel eine dermatologische Praxis. Bei Verdacht auf eine hormonelle oder Stoffwechselursache können Endokrinologie, Gynäkologie oder Innere Medizin hinzugezogen werden.
Ein Dermatologe untersucht die Kopfhaut, führt gegebenenfalls eine Dermatoskopie durch und veranlasst Untersuchungen. Bei Frauen mit unregelmäßiger Regelblutung oder verstärkter Körperbehaarung kann eine hormonelle Abklärung erwogen werden.
Auch in Kliniken für ästhetische Medizin können Beschwerden wegen Haarausfalls besprochen werden; besteht jedoch der Verdacht auf eine zugrunde liegende Erkrankung, kann an die passende Fachrichtung überwiesen werden. In der Sprechstunde von Dr. Berktaş wird beurteilt, welche medizinischen Möglichkeiten infrage kommen.
Wie bereiten Sie sich auf den Termin vor?
Hilfreich sind Notizen zu den Medikamenten, die Sie einnehmen, zu früheren Erkrankungen, zu Haarausfall in der Familie und dazu, wann der Haarausfall begonnen hat. Auch ältere Fotos helfen.
Eine kürzliche Geburt, fieberhafte Erkrankungen, Diäten, Stress sowie neu begonnene Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel geben dem Arzt Hinweise. Erwähnen Sie auch Haarfärbungen, Dauerwellen oder straffe Frisuren.
Nach einer ausführlichen Anamnese veranlasst der Arzt die nötigen Untersuchungen und bespricht die Möglichkeiten mit Ihnen. Wenn Sie Ihre Erwartungen offen mitteilen, bleibt der Plan realistisch.
Häufige Fragen
Bedeutet der Verlust von mehr als 100 Haaren pro Tag eine Erkrankung?
Nicht für sich allein. Bei einer deutlichen Zunahme oder sichtbar dünner werdendem Haar wird eine Untersuchung empfohlen.
Welche Untersuchungen werden bei Haarausfall veranlasst?
Das hängt von Ihrer Vorgeschichte ab; häufig werden Eisen-, Vitamin-D-, B12- und Schilddrüsenwerte geprüft. Der Arzt entscheidet, was nötig ist.
Kann Stress allein Haarausfall verursachen?
Starker Stress kann vorübergehenden Haarausfall auslösen, dennoch ist eine Abklärung sinnvoll, um andere Ursachen auszuschließen.
Ist bei Haarausfall Eile geboten?
Bei manchen Erkrankungen der Kopfhaut ist eine frühe Abklärung wichtig. Bei plötzlichem, fleckigem oder schmerzhaftem Haarausfall sollten Sie nicht abwarten.
Quellen (4)
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beurteilung. Bei jedem medizinischen Eingriff können die Ergebnisse von Person zu Person unterschiedlich ausfallen. Vor dem Eingriff wird eine ausführliche ärztliche Beratung empfohlen.
