Wie führt die erbliche Veranlagung zu Haarausfall?
Bei erblicher Veranlagung reagieren die Haarfollikel empfindlich auf Hormone und werden allmählich kleiner, sodass feinere und kürzere Haare wachsen. Der Prozess verläuft langsam und zeigt sich als Dünnerwerden in bestimmten Bereichen.
Diese Form ist bei Männern und Frauen häufig, und ähnliche Fälle in der Familie sind ein Hinweis. Der Haarverlust ist an bestimmten Stellen wie den Schläfen, dem Oberkopf oder dem Scheitelbereich ausgeprägter als auf der gesamten Kopfhaut.
Die Diagnose stützt sich überwiegend auf den Untersuchungsbefund. Einzelheiten finden Sie auf den Seiten zum männlichen und zum weiblichen Haarausfallmuster.
Wie wirken sich Stress, Erkrankungen und Entbindung auf die Haare aus?
Starker Stress, eine fieberhafte Infektion, eine Operation, eine Entbindung oder schneller Gewichtsverlust können einen Teil der Haare vorzeitig in die Ruhephase schicken, und etwa zwei bis drei Monate später kann diffuser Haarausfall auftreten.
Dies wird als Telogeneffluvium bezeichnet. Weil der Haarausfall erst Monate nach dem Auslöser beginnt, bringen viele Menschen beides nicht miteinander in Verbindung. Das Haar erholt sich in der Regel, sobald der Auslöser entfällt, was allerdings Monate dauern kann.
Weitere Informationen finden Sie auf der eigenen Seite dazu.
Können Eisen-, Vitamin- und Schilddrüsenprobleme Haarausfall verursachen?
Ja, manche Mangelzustände und Erkrankungen können zum Haarausfall beitragen. Dazu gehören Schilddrüsenstörungen, ausgeprägter Eisenmangel und eine unzureichende Ernährung.
Es ist jedoch nicht richtig, jeden Haarausfall auf einen Mangel zurückzuführen; Nahrungsergänzungsmittel stoppen den Haarausfall nicht, wenn die Blutwerte normal sind. Welche Untersuchungen nötig sind, entscheidet die Ärztin bzw. der Arzt anhand von Anamnese und Untersuchung.
Auch Crash-Diäten, unregelmäßiges Essen und eine zu geringe Eiweißzufuhr können den Haarzyklus beeinflussen.
Welche Medikamente und Erkrankungen können Haarausfall verursachen?
Manche Chemotherapeutika, Gerinnungshemmer, einige Hormonpräparate und weitere Wirkstoffgruppen können Haarausfall auslösen. Das gilt auch für Autoimmunerkrankungen und Infektionen der Kopfhaut.
Wenn Sie vermuten, dass ein Medikament den Haarausfall verursacht, setzen Sie es nicht eigenmächtig ab, sondern sprechen Sie mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt. Bei Autoimmunerkrankungen wie dem kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) treten runde, fleckige kahle Stellen auf, und eine fachärztliche Abklärung ist erforderlich.
Bei Rötung, Schuppung, Schmerzen oder vernarbendem Haarverlust auf der Kopfhaut wird eine dermatologische Abklärung ohne Verzögerung empfohlen.
Welche Untersuchungen kann die Ärztin bzw. der Arzt veranlassen?
Die Untersuchungen sind von Person zu Person verschieden. Häufig werden ein großes Blutbild, Eisen und Ferritin, Schilddrüsenwerte und Vitamin D bestimmt; bei Hinweisen auf hormonelle Ursachen können weitere Untersuchungen folgen.
Nicht bei jedem wird routinemäßig dasselbe Paket angefordert. Die Kopfhaut wird untersucht, bei Bedarf erfolgt eine Dermatoskopie, und eine Biopsie ist nur selten erforderlich.
Die Ergebnisse werden im Zusammenhang gedeutet; ein Wert im Grenzbereich muss nicht immer behandelt werden.
Häufige Fragen
Verursacht Stress Haarausfall?
Starker oder anhaltender Stress kann vorübergehenden, diffusen Haarausfall auslösen. Er beginnt meist einige Monate nach dem Auslöser und bessert sich mit der Zeit.
Ist bei jedem Haarausfall eine Blutuntersuchung nötig?
Nicht immer. Die Ärztin bzw. der Arzt entscheidet anhand von Anamnese und Untersuchung; bei diffusem Haarausfall oder Verdacht auf eine Allgemeinerkrankung werden Untersuchungen häufiger veranlasst.
Welche Medikamente verursachen Haarausfall?
Viele Wirkstoffgruppen können diese Wirkung haben. Setzen Sie ein Medikament nicht eigenmächtig ab, sondern fragen Sie Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt.
Ist Haarausfall erblich?
Die erbliche Veranlagung ist eine häufige Ursache, aber nicht jeder Haarausfall ist vererbt. Fälle in der Familie sind ein hilfreicher Hinweis bei der Diagnose.
Können Haarfarbe oder Shampoo Haarausfall verursachen?
Sie können zum Abbrechen des Haarschafts führen, doch der meiste Haarausfall geht von der Haarwurzel aus. Bei einer allergischen oder reizenden Reaktion ist eine Untersuchung der Kopfhaut erforderlich.
Quellen (4)
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beurteilung. Bei jedem medizinischen Eingriff können die Ergebnisse von Person zu Person unterschiedlich ausfallen. Vor dem Eingriff wird eine ausführliche ärztliche Beratung empfohlen.
