Stoppen Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel den Haarausfall?
In der Regel nein. Den Mangel auszugleichen kann eine mögliche Ursache beseitigen, doch Nahrungsergänzungsmittel allein sollen den erblich bedingten Haarausfall nicht aufhalten.
Erblich und hormonell bedingter Haarausfall wie die androgenetische Alopezie lässt sich mit Vitaminen nicht lösen. Viele Produkte auf dem Markt werden mit weitreichenden Versprechen verkauft, doch der Nachweis eines Nutzens bei gut versorgten Menschen ohne Mangel ist begrenzt.
Ein Präparat wird daher als möglicher unterstützender Teil eines Plans verstanden, nicht als dessen Ersatz. Zuerst sollte die Ursache des Haarausfalls abgeklärt werden.
Welche Mängel hängen mit Haarausfall zusammen?
Eisenmangel, niedriger Vitamin-D-Spiegel, Vitamin-B12-Mangel und Zinkmangel gehören zu den Mängeln, die mit Haarausfall in Verbindung gebracht werden. Auch Schilddrüsenerkrankungen können ähnliche Beschwerden verursachen.
Sie werden mit Bluttests gemessen, und welche Werte bestimmt werden, entscheidet die Ärztin bzw. der Arzt nach Ihren Beschwerden und Ihrer Vorgeschichte. Auch die Interpretation von Werten wie Ferritin ist von Mensch zu Mensch und je nach Referenzbereich des Labors unterschiedlich.
Wird ein Mangel festgestellt, plant die Ärztin bzw. der Arzt, wie und wie lange er ausgeglichen wird. Auf dieser Seite werden keine Dosierungen genannt; hohe Dosen Eisen oder Vitamine auf eigene Faust einzunehmen, kann gesundheitliche Probleme verursachen.
Ist Biotin für die Haare notwendig?
Ein Biotinmangel ist selten, und es gibt keinen starken Nachweis, dass Biotin Menschen ohne Mangel für die Haare zusätzlichen Nutzen bringt. Hohe Biotinmengen können manche Laboruntersuchungen stören.
Biotinpräparate werden weit verbreitet verkauft, doch bei ausgewogener Ernährung ist kein Mangel zu erwarten. Von Biotin wird berichtet, dass es die Ergebnisse mancher Hormon- und Herz-Bluttests verfälschen kann; teilen Sie deshalb Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt und dem Labor vor Untersuchungen mit, welche Präparate Sie einnehmen.
Wenn Sie ein Präparat einnehmen, besprechen Sie Inhaltsstoffe, Menge und Eignung in Schwangerschaft oder Stillzeit mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt.
Worauf sollte man bei der Wahl eines Präparats achten?
Auf Inhaltsstoffe, Herkunft und Zulassungsstatus des Produkts kommt es an. Seien Sie vorsichtig bei Produkten mit übertriebenen Versprechen und fragen Sie vor der Einnahme ärztlichen Rat.
Nahrungsergänzungsmittel können mit manchen Medikamenten wechselwirken und in zu hoher Menge schaden. Eine langfristig hohe Zufuhr bestimmter Vitamine und Mineralstoffe kann unerwünschte Wirkungen haben; mehrere Produkte auf eigene Faust zu kombinieren, ist daher nicht ratsam.
Ein vernünftiger Schritt ist, zu prüfen, wie das Produkt von den zuständigen Behörden eingestuft ist, und die Herstellerangaben zu lesen. Meist steht an erster Stelle, die Ernährung auszugleichen und die eigentliche Ursache des Haarausfalls zu suchen.
Häufige Fragen
Welcher Mangel ist für die Haare am wichtigsten?
Kein bestimmtes Vitamin sticht heraus; häufig werden Eisen, Vitamin D, B12 und Zink überprüft. Was gemessen wird, entscheidet die Ärztin bzw. der Arzt.
Können Haarvitamine schaden?
Unnötige oder hoch dosierte Einnahme kann Probleme verursachen. Empfohlen werden vorher Untersuchungen und eine ärztliche Einschätzung.
Beeinflusst Biotin Bluttests?
Ja, hohe Mengen können manche Laborergebnisse beeinflussen. Sagen Sie dem Labor, wenn Sie es einnehmen.
Hört der Haarausfall auch ohne Nahrungsergänzung auf?
Bei vorübergehendem Haarausfall tritt häufig eine Erholung ein, sobald der Auslöser weggefallen ist. Wichtig ist, die Ursache zu finden.
Quellen (4)
- U.S. FDA: Biotin Interference with Troponin Lab Tests - Assays Subject to Biotin Interference
- JAMA Dermatol (Drake L, et al.): Evaluation of the Safety and Effectiveness of Nutritional Supplements for Treating Hair Loss: A Systematic Review (2023)
- Mol Nutr Food Res (Wang R, et al.): Micronutrients and Androgenetic Alopecia: A Systematic Review (2024)
- American Academy of Dermatology: Hair loss: Who gets and causes
Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beurteilung. Bei jedem medizinischen Eingriff können die Ergebnisse von Person zu Person unterschiedlich ausfallen. Vor dem Eingriff wird eine ausführliche ärztliche Beratung empfohlen.
