Haare und Kopfhaut · Männer

Anlagebedingter Haarausfall beim Mann:
Stadien und Behandlungsmöglichkeiten

Der erblich bedingte Haarausfall beim Mann (androgenetische Alopezie) ist ein langsam fortschreitendes Dünnerwerden, das mit erblicher Veranlagung und Hormonempfindlichkeit zusammenhängt.

Er beginnt meist an den Schläfen und am Oberkopf. Die Behandlungsoptionen zielen darauf, den Haarverlust zu verlangsamen oder das Haar in gewissem Maß zu kräftigen, und ihr Nutzen bleibt in der Regel nur bei langfristiger Anwendung erhalten. Welches Verfahren geeignet ist, wird bei der ärztlichen Untersuchung festgelegt.

Erscheinungsbild
Zurückweichende Schläfenwinkel und lichter werdender Oberkopf
Verlauf
Über Jahre langsam fortschreitend; eine frühe Abklärung erweitert die Möglichkeiten
Optionen
Medikamente, unterstützende Verfahren wie PRP, in geeigneten Fällen eine Haartransplantation
Erwartung
Ziel ist in der Regel, den Haarverlust zu verlangsamen und vorhandenes Haar zu erhalten

Wie beginnt und verläuft der erblich bedingte Haarausfall beim Mann?

Er beginnt meist mit zurückweichenden Schläfenwinkeln und einem dünner werdenden Oberkopf. Im weiteren Verlauf können beide Bereiche ineinander übergehen, und die Haare werden mit der Zeit feiner und kürzer.

Tempo und Ausmaß sind von Mensch zu Mensch verschieden. Bei manchen Männern weicht nur der Haaransatz zurück, bei anderen wird vor allem der Oberkopf lichter.

Zur Stadieneinteilung werden häufig Klassifikationen verwendet, die die regionale Ausbreitung beschreiben; die Ärztin bzw. der Arzt beurteilt dies bei der Untersuchung.

Wie wird er diagnostiziert?

Die Diagnose stützt sich überwiegend auf Anamnese und Untersuchung der Kopfhaut. Die Dermatoskopie hilft, indem sie Unterschiede im Haardurchmesser sichtbar macht.

Bei plötzlichem, diffusem oder fleckigem Haarausfall werden andere Ursachen abgeklärt. Bei Bedarf werden Blutuntersuchungen veranlasst.

Ähnlich aussehende Erkrankungen wie das Telogeneffluvium müssen abgegrenzt werden, weil sich das Vorgehen unterscheidet.

Welche medizinischen Behandlungsoptionen gibt es?

Häufig eingesetzt werden Wirkstoffgruppen, die auf die Kopfhaut aufgetragen oder eingenommen werden, sowie einige unterstützende Verfahren. Welche geeignet ist, entscheidet die Ärztin bzw. der Arzt.

Die Wirkung von Medikamenten zeigt sich meist erst nach Monaten und setzt eine regelmäßige Anwendung voraus; bekanntermaßen lässt der erzielte Nutzen nach, wenn sie abgesetzt werden. Manche Medikamente können Nebenwirkungen haben, und Dosis, Dauer und Kontrollen müssen unter ärztlicher Aufsicht gesteuert werden; auf dieser Seite werden keine Dosierungsangaben gemacht.

Einzelheiten finden Sie auf der Seite zur medizinischen Behandlung.

Welche Rolle spielen PRP und Mesotherapie hierbei?

PRP und Mesotherapie können als zusätzliche Verfahren zur Unterstützung der Haarqualität in Betracht kommen. Die Evidenz ist begrenzt, und die Ergebnisse unterscheiden sich von Person zu Person.

Diese Verfahren ersetzen in der Regel keine medizinische Behandlung. Manche Menschen berichten von einer erhöhten Haardichte, doch dasselbe Ergebnis lässt sich nicht für jeden erwarten.

Die Eignung wird anhand des Zustands der Follikel und der allgemeinen Gesundheit beurteilt.

Wann kommt eine Haartransplantation in Frage?

Eine Haartransplantation kann in Betracht kommen, wenn der Haarverlust ein bestimmtes Ausmaß erreicht hat und im Spenderbereich genügend Haar vorhanden ist. Weil der Haarverlust fortschreitet, wird sie in der Regel zusammen mit einer medizinischen Behandlung geplant.

Das eigene Haar außerhalb der transplantierten Bereiche kann weiter ausfallen, weshalb ein langfristiger Plan wichtig ist. Es handelt sich um einen chirurgischen Eingriff und ein eigenes Fachgebiet.

Mehr dazu finden Sie auf der Seite, die Transplantation und medizinische Behandlung vergleicht.

Häufige Fragen

Lässt sich der erblich bedingte Haarausfall vollständig aufhalten?

Da der Prozess genetisch bedingt ist, ist eine vollständige Umkehr nicht zu erwarten. Die Behandlung zielt meist darauf, das Fortschreiten zu verlangsamen.

In welchem Alter beginnt er?

Er kann in jedem Alter nach der Pubertät beginnen; die Häufigkeit steigt mit dem Alter.

Verursacht das Tragen einer Mütze Haarausfall?

Das Tragen einer Mütze ist keine Ursache für erblich bedingten Haarausfall. Enge Mützen und ständiger Zug können jedoch mechanische Schäden verursachen.

Wann beginnen die Medikamente zu wirken?

Die Wirkung wird meist über einige Monate beurteilt. Anfangs kann vorübergehend vermehrter Haarausfall auftreten; sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt.

Wann sollte ich mit der Behandlung beginnen?

Eine frühe Abklärung eröffnet mehr Möglichkeiten. Es ist hilfreich, sich untersuchen zu lassen, sobald Sie erste Anzeichen bemerken.

Quellen (5)
  1. British Association of Dermatologists: Patient Information Leaflet: Hair Loss Male Pattern (Androgenetic Alopecia) (2024)
  2. U.S. FDA: PROPECIA (finasteride) tablets, prescribing information (2022)
  3. European Dermatology Forum: S3 - European Dermatology Forum Guideline for the Treatment of Androgenetic Alopecia in Women and in Men (2018)
  4. International Society of Hair Restoration Surgery: Androgenetic Alopecia
  5. U.S. National Library of Medicine (DailyMed): Minoxidil Topical Solution for Men (drug facts label)

Dieser Inhalt dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beurteilung. Bei jedem medizinischen Eingriff können die Ergebnisse von Person zu Person unterschiedlich ausfallen. Vor dem Eingriff wird eine ausführliche ärztliche Beratung empfohlen.

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